10 Mythen aus dem Influencer Marketing

Written by Delphine Benedic

Juni 11, 2021

Influencer Marketing hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und es gibt mittlerweile unzählige Beiträge und Informationen zu diesem Trend. Jede Woche werden Dutzende von Artikeln veröffentlicht und das Thema wird heiß diskutiert. Um nicht den Überblick über die wichtigsten Fakten zu verlieren, stellen wir dir 10 Mythen über Influencer Marketing vor. Was müssen Marken wissen, bevor sie Zeit oder Geld in Influencer Marketing investieren?

 

1. Im Influencer Marketing geht es darum, vorrangig online Inhalte zu generieren

Falsch! Influencer:innen können ihre Produkterfahrungen auch mit ihren Freund:innen & Verwandten im echten Leben teilen. Somit sind Offline-Impressions genauso wirkungsvoll wie Online-Reichweite. Zudem kann die Reichweite durch die Anzahl der Influencer:innen bestimmt werden, die für die Organisation von Home-Events, Produkttests und -empfehlungen sowie das Verteilen von Gutscheinen aktiviert werden, und so den Besuch in den Geschäften steigern und den Umsatz erhöhen.

2. Der einzige Ort für Influencer:innen sind die sozialen Netzwerke 

Social Media ist für Influencer:innen definitiv von großer Bedeutung. Ob Instagram, Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Twitch oder Tiktok hängt von den Zielen der Marke und ihrer Zielgruppe ab. Nichtsdestotrotz ist die Online Welt noch viel größer! Influencer:innen können ebenso in Foren, auf Markenwebsites und E-Commerce-Plattformen aktiv werden, indem sie beispielsweise Produkte bewerten und Rezensionen veröffentlichen.

3. Je größer, desto besser: Macro- & Star-Influencer:innen

Bestimmte Produktkategorien erfordern Nischen-Communities und eine starke Expertise in einem bestimmten Bereich (z.B. vegane Ernährung). Hier sollte man zum Beispiel mit Micro Influencer:innen zusammenarbeiten. Sie sind nahbar und verzeichnen eine bessere Conversion-Rate. Selbst für Lifestyle getriebene Marken muss das Erreichen von Reichweite immer mit dem Level von Glaubwürdigkeit und Engagement abgestimmt werden. Marken sollten sich auf relevante Markenbotschafter:innen konzentrieren, die kreative und stimmige Inhalte liefern – und so die Authentizität ihrer Botschaften sicherstellen.

4. Alle Influencer:innen verlangen eine Bezahlung

Professionelle Influencer:innen können eine Bezahlung verlangen, kollaborative Influencer:innen dagegen jedoch nicht. Was meinen wir mit kollaborativen Influencer:innen? Verbraucher:innen, die mit Marken kooperieren, um ein Produkt nach einer kostenlosen Erfahrung zu promoten. Dabei handelt es sich meistens um Nano Influencer:innen (weniger als 1.000 Follower) & Micro Influencer:innen (1.000 bis 100k). Bis zu einer gewissen Bekanntheit sind sie engagiert genug  um mit Marken zusammenzuarbeiten, ohne eine Bezahlung zu verlangen.

5. Nur Millennials & GenZ sind Influencer:innen oder deren Follower

Die Demografie hängt von der Plattform ab. Das Durchschnittsalter eine:r:s Pinterest-Nutzer:in liegt beispielsweise bei 40 Jahren. 26% der Twitter User sind zwischen 30 und 49 Jahre alt. In den U.S.A. sind 62% der älteren User im Alter von 65+ auf Facebook (Omnicore Statistics). Offline kann jeder seinen Freunden und Bekannten ein Produkt oder eine Dienstleistung empfehlen, solange die Marke zu ihm/ihr passt: z.B. eine Anti-Aging-Creme für ältere Frauen.

6. Influencer:innen werden nur für die Bewerbung einer Marke oder eines Produkts eingesetzt

Influencer:innen können noch viel mehr als nur online werben. Sie können auch ihre Freund:innen durch direkten Austausch oder Umfragen erreichen. Außerdem können sie mithilfe von Co-Creation Kampagnen, Marketern dabei helfen die richtigen Entscheidungen in Bezug auf das Produkt, die Verpackung oder Kommunikation zu treffen, bevor sie ein Produkt auf den Markt bringen. Dabei ist das Einholen ihres Feedbacks und ihrer Erkenntnisse in jeder Phase des Produktlebenszyklus wertvoll, um den Marketing-Mix und dessen Effizienz kontinuierlich zu verbessern.

7. Eine Messung des ROI einer Influencer Kampagne ist nicht möglich

Die Offline-Reichweite ermöglicht es Marken, den Verkauf in ihren Geschäften zu beeinflussen und mit Markforschungsexperten (IRI, Nielsen oder GFK) zu messen. Bei TERRITORY Influence ergab eine Analyse von über 50 Kampagnen einen durchschnittlichen ROI von 4€. 83% waren in einem kurzen Zeitraum – von 3 Monaten – profitabel. Online Verkäufe und ROI können auch mit Affiliate-Links oder personalisierten Rabattcodes verfolgt werden.

8. Jede:r kann eine Influencer-Kampagne managen

Es ist definitiv einfacher, 2-3 Macro Influencer:innen zu steuern als 5.000 Nano Influencer:innen. Unabhängig von der Typologie erfordert Influencer Marketing eine gute Technologie, spezifisches Know-how und viel Zeit. Aus diesem Grund empfehlen wir, dass Marken von Expert:innen unterstützt werden, um nicht nur den Erfolg, sondern auch die Effizienz ihrer Arbeit zu gewährleisten.

9. Influencer Marketing ist extrem teuer

Die Kosten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel der Teilnehmeranzahl, der Zielgruppe, der Dauer der Kampagne und den Anforderungen, die von den Influencer:innen verlangt werden. Es lassen sich für jeden Budgetrahmen Lösungen finden, vor allem weil es auch Influencer:innen gibt, die nicht bezahlt werden.

10. Kampagnen sind einmalige Aktionen

Oft aktivieren Brands diesen Vermarktungshebel für Produktinnovationen oder große Highlights. Dagegen sollten Influencer:innen als langfristige Partner:innen betrachtet werden, um die Kommunikation menschlicher zu gestalten und die Glaubwürdigkeit eines 360° Media-Plans mit einer kontinuierlichen Nutzung von Inhalten zu verbessern. Wie jede andere Art von Kanal (TV, digital, OOH…) sollte er in die strategische Jahresplanung integriert werden. Kantar hat die Wirksamkeit eines langfristigen Markenaufbaus nachgewiesen.